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Technischer Hintergrund
Lebendige Vergangenheit
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Der Firmengründer Otto G. Preiser wurde 1920 in Wien geboren,
emigrierte nach England und kehrte nach dem Krieg nach Österreich zurück.
1947 traf er in Wien den amerikanischen Musikforscher H.C. Robbins Landon,
mit dem er 1949 die Haydn Society gründete, deren Ziel es war
eine Gesamtausgabe aller Werke Haydns in Partitur und auf Schallplatte
herauszubringen. 1950 übernahm Otto Preiser die Geschäftsführung der
Gesellschaft. Einer der größten Coups waren damals der Erwerb der
Rechte und die Veröffentlichung von RAVAG Rundfunk-Bändern der beiden
Haydn-Werke "Die Schöpfung" und "Die Jahreszeiten" unter Clemens
Krauss, die während des Krieges im Wiener Musikverein aufgenommen worden
waren. Wie viele kleine Schallplatten-Labels konnte auch die Haydn Society
bald im harten Konkurrenzkampf nicht mehr mithalten und mußte ihr Wiener
Büro auflassen. Otto Preiser sicherte sich jedoch die Rechte, deren Platten
exklusiv in Österreich vertreiben zu dürfen und fand sich innerhalb
kürzester Zeit mitten im Schallplattenhandel wieder. Er setzte auf den
Markt für historische Aufnahmen und begann, faszinierende Bänder aus
den Radio-Archiven auf Schallplatte zu veröffentlichen. Der Erfolg,
den er vorausgesagt hatte, gab ihm recht.
1952 fand es Otto Preiser an der Zeit sein eigenes Label zu etablieren
und ihm seinen Namen zu geben: PREISER RECORDS wurde gegründet.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit war der Import ausländischer
Platten-Labels und er übernahm den Exklusiv-Vertrieb von RCA und Westminster.
1958 legte er mit seinem Produzenten Jürgen Schmidt den Grundstein
zu der Serie "Kabarett aus Wien", die sich auf die Vertreter der
damaligen großen Wiener Kabarett-Szene konzentrierte. Bereits die erste
Veröffentlichung mit Gerhard Bronner und Helmut Qualtinger war ein Riesen-Erfolg;
die Serie feierte 1998 ihr 40jähriges Jubiläum und hat es inzwischen
auf über 50 Titel gebracht. 1964 konnte mit der überaus erfolgreichen
Veröffentlichung von Schuberts "Winterreise" gleichzeitig deren Julius
Patzak ein Herzenswunsch erfüllt werden.Im selben Jahr spielte das Wiener
Konzerthausquartettdie gesamte Kammermusik von Franz Schmidt ein, sowie
einen Großteil der Streichquartette Joseph Haydns.
1966 beschlossen Preiser und sein Produzent und späterer Partner Jürgen
Schmidt den großen Sängern der Vergangenheit eine eigene Serie zu widmen:
die erste Platte der "Lebendigen Vergangenheit" war dem Wiener
Bass Richard Mayr gewidmet. Mit großem Enthusiasmus wurde das neue "lila-farbene
Label", das seine prägnante Farbe bis heute behalten hat, willkommen
geheißen. Zusammen mit der Serie "Court Opera", die sich eher auf die
akustische Aufnahmeperiode konzentrierte und die später, im Zeitalter
der CD ab 1987 in die "Lebendige Vergangenheit" integriert wurde, setzten
diese beiden Serien neue technische Standards im Bereich der Überspielung
und Bearbeitung historischer Aufnahmen. 1969 veröffentlichte PREISER RECORDS anläßlich des 100 Jahr-Jubiläums
der Wiener Staatsoper ein Album mit fünf Platten, das Sängern der Wiener
Oper zwischen 1902 und 1937 gewidmet war: "Von der Hofoper zur Staatsoper".
Diese Produktion erweckte eine Welle der Begeisterung und Otto Preiser
erhielt Berge von Briefen und Dankesbezeugungen von Opernliebhabern, Musikkritikern,
Sängern und Musikern. Professor Jürgen Schmidt, der die Serie bis heute
betreut, weist darauf hin, daß "das Medium selbst die Botschaft ist.
Je weniger man am ursprünglichen Klang verändert, desto besser ist die
Wiedergabe". Die technische Ausstattung im Studio von PREISER RECORDS
ist auf dem letzten Stand, denn technische Perfektion war immer schon
eines der Hauptziele der Firma: korrekte Abspielgeschwindigkeiten, genaue
Auflistung der Aufnahmedaten bzw. Matrixnummern sowie Transfers, die von
den bestmöglichen Quellen ausgehen, garantieren optimale Ergebnisse.
Der PREISER-Katalog ist zu einer angesehenen und verläßlichen
Dokumentationsquelle für die größten Sänger und Musiker unseres Jahrhunderts
geworden. PREISER RECORDS mag mit seinem Programm, verglichen mit
den multinationalen "Giganten", nur einen kleinen Markt ansprechen, aber
dieser wird mit großer Sachkenntnis und Sorgfalt sowie einer Verpflichtung
zu optimaler Qualität betreut. PREISER-Neuerscheinungen werden
mit großem Interesse und Dankbarkeit von Sammlern aus aller Welt begrüßt. |